Was kostet Prozessautomatisierung im Handwerk? Ehrliche Zahlen
Was Prozessautomatisierung im Handwerk wirklich kostet: ehrliche Spannen für Workshop, erstes System und laufende Toolkosten. Ohne Prozent-Versprechen, ohne Ab-99-Euro-Trick.
„Was kostet das denn bei dir?" ist meistens die zweite Frage im Erstgespräch. Die erste ist, ob sich das überhaupt lohnt. Beide sind berechtigt, und ich beantworte sie hier so ehrlich, wie es geht. Ohne Prozent-Versprechen, ohne den „ab 99 Euro"-Trick.
Kurz vorweg die Definition, damit wir vom Gleichen reden. Prozessautomatisierung heißt, wiederkehrende Handarbeit im Betrieb von einer Software erledigen zu lassen. Aus der Anfrage wird automatisch das Angebot, Daten wandern von A nach B, die Rechnung wird angestoßen, ohne dass jemand es jedes Mal von Hand macht. Was das kostet, hängt vor allem an einer Frage: wie groß ist der Prozess, den du automatisieren willst.
Die kurze Antwort
Wenn du nur die Zahl willst, hier ist sie. Für einen inhabergeführten Betrieb bewegt sich das in diesen Größenordnungen:
| Baustein | Grober Rahmen | Was du dafür bekommst |
|---|---|---|
| Workshop (Einstieg) | ca. 1.800 – 4.000 € | Ein Tag, an dem wir deine Prozesse aufnehmen und den Teilprozess mit dem größten Hebel finden. |
| Erstes System (8 Wochen) | mittlerer vierstelliger bis niedriger fünfstelliger Bereich | Ein laufender, sauber dokumentierter Prozess: CRM und Projektmanagement plus die passende Automatisierung. Welches Tool, entscheiden wir nach dem Workshop. |
| Laufende Betreuung | monatlich, nach Bedarf | Weiterbau, Anpassungen, der nächste Teilprozess. Nur, solange es sich rechnet. |
| Tool-Kosten (laufend) | ab ca. 50 – 200 € / Monat | Die Software, auf der dein System läuft, meist ein CRM und ein Automatisierungs-Tool. Läuft weiter, egal ob ich dabei bin oder nicht. |
Die Spannen sind Spannen, kein Preisschild. Ein einzelner, klar umrissener Ablauf ist am unteren Ende. Ein System, das mehrere Bereiche verbindet, am oberen. Was bei dir konkret dabei rauskommt, sehen wir erst, wenn wir uns den Betrieb angeschaut haben. Deshalb steht am Anfang auch immer der Workshop und kein Angebot ins Blaue.
„Was kostet das" ist die falsche Frage. Fast.
Ein Bekannter hat seine TikToks von Hand transkribiert. Video ansehen, abtippen, aufbereiten, ablegen. Jede Woche dasselbe. Über das Jahr ein ganzer Arbeitsmonat. Ich habe den Ablauf mit Make automatisiert, seitdem ist es ein Klick.
Die spannende Frage war nie, was die Automatisierung gekostet hat. Die Frage war, was ein gesparter Arbeitsmonat pro Jahr wert ist. Bei Prozessautomatisierung zahlst du einmal für den Aufbau und sparst danach jede Woche. Deshalb rechnet sich das nicht über den Preis, sondern über die Zeit, die du zurückbekommst.
Eine einfache Faustregel, was sich zum Automatisieren lohnt: alles, was oft passiert, regelmäßig gleich abläuft, regelbasiert ist und teuer wird, wenn ein Fehler passiert. Je mehr davon zutrifft, desto schneller ist die Investition wieder drin.
Was den Preis wirklich treibt
Zwei Betriebe, gleiche Branche, völlig unterschiedliche Rechnung. Das liegt an fünf Dingen:
- Wie viele Prozesse. Ein Ablauf ist ein Projekt. Die halbe Firma auf einmal ist zehn.
- In welchem Zustand die Prozesse sind. Wer schon halbwegs sortiert arbeitet, ist schneller fertig. Wo Chaos herrscht, muss ich erst aufräumen, und das kostet Zeit.
- Wie viele Systeme mitspielen. Ein Tool ist einfach. Fünf Programme, die sauber miteinander reden sollen, sind Aufwand.
- Wie individuell es sein muss. Standard ist günstig. Sonderlocken, weil dein Betrieb eben anders tickt, kosten mehr.
- Wie sauber deine Daten sind. Eine gepflegte Kundenliste ist Gold wert. Drei Excel-Stände, die sich widersprechen, sind erst mal Handarbeit.
Punkt zwei ist der wichtigste, und da bin ich stur: Erst Struktur, dann Technik. Ich automatisiere keine Unordnung. Wer einen kaputten Prozess automatisiert, produziert den Fehler nur schneller. Mehr dazu, wie ich arbeite, steht unter So arbeite ich.
Die drei Bausteine im Detail
Der Workshop
Ein gemeinsamer Tag. Wir schauen uns die Abläufe an, und ich sage dir ehrlich, wo der größte Hebel liegt und wo Automatisieren gerade nichts bringt. Am Ende weißt du, woran wir zuerst arbeiten und was es ungefähr braucht. Der Workshop kann auch allein stehen bleiben, wenn du erst mal nur eine Einordnung willst. Kein Zwang, danach weiterzumachen.
Das erste System in acht Wochen
Aus dem Workshop heraus geht es in die Umsetzung. Standard ist: nach acht Wochen läuft dein erstes System. In der Regel ein CRM mit Projektmanagement von der Anfrage bis zum abgeschlossenen Auftrag, dazu die Automatisierung, die dir die meiste Handarbeit abnimmt. Oft baue ich das in ClickUp, entschieden wird es aber erst nach dem Workshop. Sauber dokumentiert und so übergeben, dass dein Team versteht, was läuft, und es selbst anpassen kann. Keine Blackbox, an der nachher keiner ran will. Wie die acht Wochen ablaufen, siehst du im Ablauf.
Laufende Betreuung und Toolkosten
Viele verlängern nach den acht Wochen, weil der nächste Teilprozess dran ist. Muss aber nicht. Läuft dein System und reicht dir das, ist gut.
Was auf jeden Fall bleibt, sind die Tool-Kosten. Die Software, auf der dein System läuft, kostet monatlich, je nach Plan und Team-Größe. Typisch sind ein Tool wie ClickUp und eins wie Make oder n8n. Grob ab 20 bis 80 Euro im Monat für den Anfang. Das ist kein versteckter Posten, das ist die Miete für Software, die für dich arbeitet. Und die Preise ändern sich, ein Blick auf die aktuellen Tarife der Anbieter lohnt sich vor der Entscheidung.
Was ich nicht mache
Du hast einen Ansprechpartner vom ersten Gespräch bis zur Übergabe, der selbst lange Unternehmer war und die Lösung selbst baut. Klein und fokussiert schlägt groß und austauschbar.
Und ich gebe keine Prozent-Garantien. „Spar 30 Prozent deiner Arbeitszeit" steht bei mir nirgends, weil ich vorher nicht weiß, ob es 30 sind oder 10 oder 60. Ich sage nur, was ich unterschreiben kann.
Wo es sich für dich nicht lohnt, sage ich das auch. Wenn du kaum wiederkehrende Abläufe hast oder gerade der ganze Laden brennt und du eine Rettung suchst, bin ich der Falsche. Automatisierung wirkt, wenn ein Betrieb im Grunde läuft und die Struktur nicht mitgewachsen ist.
Rechnet sich das für dich? Die Zwei-Minuten-Rechnung
Nimm einen Ablauf, der bei dir regelmäßig von Hand passiert. Angebote schreiben, Rechnungen zusammensuchen, Daten übertragen, egal was.
- Wie viele Stunden pro Woche kostet dich das? (ehrlich, inklusive Suchen und Nachfragen)
- Mal deinen internen Stundensatz.
- Mal ungefähr 45 Arbeitswochen im Jahr.
Das ist grob, was dich diese eine Handarbeit im Jahr kostet. Ein Beispiel: zwei Stunden die Woche, 50 Euro die Stunde, das sind rund 4.500 Euro pro Jahr. Jedes Jahr. Wenn diese Summe in der Nähe der Projektkosten liegt oder darüber, hat sich das Gespräch schon gelohnt. Und den Prozess machst du danach nie wieder von Hand.
Wenn du magst, rechnen wir das im Erstgespräch gemeinsam an deinem konkreten Fall durch. Kurz, unverbindlich, und du weißt danach, ob sich das für dich trägt.
Reden wir über deinen größten Hebel.
Kurz und unverbindlich. Danach weißt du, an welchen zwei Stellen in deinem Betrieb die meiste Zeit liegen bleibt. Und ob ich der Richtige dafür bin.
Analyse-Gespräch buchen